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Kunstsommer 2026

Kunstsäge und Kunstalpe Zug

Montag, 22. Juni bis Freitag, 4. September 2026

Über mehrere Wochen hinweg verändert sich die Rote Wand.

Sie wird zum Arbeitsort. Zum Denkraum. Zu einem Platz, an dem Dinge entstehen. Nicht als Nebenprogramm, sondern als fester Teil des Sommers.

Künstlerinnen und Künstler kommen hier zusammen, um weiterzuarbeiten, neu zu beginnen oder Ideen vor Ort zu entwickeln. Was sie verbindet, ist eine feine Sensibilität für Landschaft, für Geografie und für die Frage, wie wir heute leben und zusammenkommen. Erfahrene Namen treffen auf jüngere Stimmen. Bekannte auf solche, die man vielleicht erst hier entdeckt. Gerade daraus entsteht eine besondere Spannung.

Manche arbeiten ganz klassisch, in Skulptur oder Malerei. Andere nähern sich ihren Themen über Recherche, Text oder konzeptuelle Ansätze.

Was entsteht, ist kein fertiges Ergebnis. Sondern ein offener Prozess. Einer, den man miterleben kann.

Artists in Residence

Eva Biringer

Wien und Berlin

Eva Biringer schreibt als freie Autorin unter anderem für Die Zeit, Die Welt am Sonntag, Merian und T Magazine über Stil, Kultur, Reisen und Kulinarik. Außerdem teilt sie in ihrem Newsletter „Liebe ich“ ihre persönlichen Entdeckungen. Bei Harper Collins erschien 2022 „Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen” und 2024 „Unversehrt. Frauen und Schmerz”. Ihr drittes Buch ist für Frühjahr 2026 im Aufbau-Verlag angekündigt. Sie lebt in Berlin und Wien.

Jan Eustachy Wolski

Polen

Jan Eustachy Wolski ist ein zeitgenössischer polnischer Künstler, der in Krakau lebt. Er arbeitet vor allem im Medium der Malerei und entwickelt figurative, oft inszeniert wirkende Bildwelten mit psychologischer Spannung. Seine Arbeiten verhandeln Themen wie Identität, Jugend, Männlichkeit und soziale Rollen und zeichnen sich durch eine theatralische, teils filmische Atmosphäre aus.

Kathleen Weyts

Belgien, lebt und arbeitet in Bruessel

Kathleen Weyts ist Chefredakteurin des Brüsseler Kunstmagazins GLEAN und leitete zuvor das HART Magazine. Sie arbeitet als Autorin, Dozentin und Kuratorin und verantwortete unter anderem Ausstellungen wie Open Space, Open Mind (ING Belgium Art Collection) sowie Cosas de la vida. Weyts ist Präsidentin des Moussem Nomadic Arts Centre und war Direktorin von CAHF. Weitere Stationen umfassen Mu.ZEE, das Museum of Fine Arts Ghent und das MHKA in Antwerpen. Ihre Arbeit ist geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit europäischen Kunstszenen und deren Verbindungen nach Afrika und in den Maghreb.

Christoph Matt, Sam Rees & Miele Palkevicute

Oesterreich, Vereinigtes Koenigreich, Litauen

Christoph Matt, Sam Rees und Migle Palkevicute arbeiten an der Schnittstelle von Design, Kunst, Technologie und Klang. Gemeinsam widmen sie sich dem lokalen Ökosystem rund um die Kunstresidenz, aufmerksam, forschend und ortsspezifisch. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit Fauna und Flora sowie den Dynamiken der Landschaft. Daraus entsteht ein vielschichtiges Naturinventar, das wissenschaftliche, künstlerische und klangliche Perspektiven verbindet und zum Abschluss in interdisziplinären Medien sichtbar wird.

Liam Gillick

Großbritannien, lebt in New York

Liam Gillick ist ein britischer Künstler, der heute in New York lebt und zu den prägenden Figuren der „Relational Aesthetics“ der 1990er Jahre zählt. Er arbeitet mit Installation, Architektur, Text und Design und ist bekannt für seine modularen Strukturen aus Aluminium und Plexiglas sowie für diskursive Arbeiten zu Ökonomie, Modernismus und kollaborativen Modellen. Seine Praxis untersucht, wie gesellschaftliche Systeme und Arbeitsformen unsere Gegenwart strukturieren. Ein zentrales Projekt ist die Weather Station auf Fogo Island, eine begehbare Architektur zwischen Funktion und Skulptur, die Fragen zu Klima, Infrastruktur und Kontext verhandelt. 2009 vertrat Gillick Deutschland auf der Biennale von Venedig.

Magdalena Frauenberg

Oesterreich, lebt und arbeitet in Duesseldorf und Bruessel

Magdalena Frauenberg arbeitet multimedial – mit Installation, Skulptur, Zeichnung & Fotografie und untersucht in ihren Arbeiten kulturelle Symbole, Traditionen und Konstruktionen von Weiblichkeit.

Marion Anna Simon

Deutschland, lebt und arbeitet in Koeln und Kyllburg

Marion Anna Simon ist eine deutsche bildende Künstlerin mit Schwerpunkt Malerei, Performance und Installation. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und arbeitet heute in Köln und Kyllburg (Eifel). In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit Identität, Selbstporträt und Erinnerung.

Taus Makhacheva

Russland, lebt in London

Taus Makhacheva gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation aus dem postsowjetischen Raum. Mit Arbeiten in Video, Performance und Installation verhandelt sie Fragen zu kultureller Identität, Zugehörigkeit und Tradition in einer globalisierten Welt. Dabei verbindet sie lokale Geschichte mit universeller Relevanz und macht komplexe Themen präzise und zugänglich. Ihr Werk zeichnet sich durch konzeptuelle Klarheit, performative Kraft und eine oft subtile Ironie aus. International ausgestellt, prägt sie die Diskussion über kulturelles Erbe, Peripherie und globale Kunstproduktion maßgeblich mit.

Roland Adlassnigg

Vorarlberg

Roland Adlassnigg arbeitet mit dem, was ihm begegnet, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Situationsbezogen und offen entwickelt er Arbeiten aus Ort, Material und Moment. Seine Praxis reicht von klassischen Materialien wie Holz, Stein und Stahl bis hin zu flüchtigen und digitalen Formen. Seit den 1990er Jahren ist er international in der Kunst- und Ausstellungsszene präsent, mit Projekten, Ausstellungen und Bühnenbildern im In- und Ausland.

Rote Wand Dialoge

Freitag 10. bis Sonntag, 12. Juli 2026

Die Rote Wand Dialoge sind ein Gesprächsformat, das Akteurinnen und Akteure aus Kunst, Architektur, Design und Theorie in einer alpinen Umgebung zusammenbringt.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass tiefgreifende ökologische, soziale und geopolitische Veränderungen nicht nur politische und wirtschaftliche Strukturen betreffen, sondern zunehmend auch die Bedingungen kultureller Produktion. Klimawandel, globale Machtverschiebungen, religiöse Konflikte sowie die Transformation von Arbeit, Freizeit und Aufmerksamkeit beeinflussen unmittelbar, wie Kunst, Architektur und Kultur entstehen, wahrgenommen und vermittelt werden.

Die Dialoge verlagern einen Diskurs, der meist in urbanen Institutionen geführt wird, bewusst in die Landschaft von Zug bei Lech am Arlberg. Die alpine Umgebung ist dabei mehr als ein Rahmen. Sie wird zum Erfahrungsraum, in dem globale Entwicklungen konkret sichtbar werden.

Steigende Temperaturen, verschobene Vegetationszonen, neue touristische Dynamiken und die fragile Balance zwischen Natur, Infrastruktur und kultureller Imagination machen die Region zu einem Ort, an dem sich gegenwärtige Veränderungen besonders deutlich zeigen.

Inklusive Feuerküche mit Lorenzo Lunghi (Torre Ristorante Milano) und Giorgia Goggi (Masseria Moroseta).

Moderiert und kuratiert von Nicolaus Schafhausen.

Ein Format, das Raum lässt.
Und genau dadurch Wirkung entfaltet.

Zita Cobb
Gründerin des Fogo Island Inn und CEO der Shorefast Foundation. Sie steht für neue Formen von Gastlichkeit, lokale Wertschöpfung und eine Entwicklung, die Kultur ernst nimmt.

Hannah Zundel
Modedesignerin. Sie versteht Mode als kulturelle Praxis und stellt die Frage, wie Kleidung Identität, Haltung und Zeitgeist widerspiegelt.

Lilli Hollein
Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des MAK Wien. Sie verbindet Design, Architektur und Kulturvermittlung mit einem klaren Blick auf gesellschaftliche Relevanz.

Rote Wand Dialoge

Donnerstag, 27. bis Sonntag, 30. August 2026

Die zweite Ausgabe führt das Format weiter und verankert es im Sommer der Roten Wand.

Über mehrere Tage hinweg entsteht ein Gefüge aus Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamen Mahlzeiten, das sich nicht in einzelne Momente aufteilen lässt.

Der Austausch findet nicht losgelöst statt, sondern im direkten Zusammenhang mit Ort, Atmosphäre und den Menschen, die zusammenkommen. Gerade darin liegt die Qualität dieser Tage, in der Offenheit, im gemeinsamen Nachdenken und in der Nähe zwischen Publikum und denjenigen, die ihre Perspektiven einbringen.

Kuratiert von Nicolaus Schafhausen.
Moderation: Nicolaus Schafhausen und Micaela Dixon

Protagonist:innen der Dialoge

  • Bettina Kraus, Architektin
  • Chris Kabel, Designer
  • Georg Diez, Journalist & Autor
  • JelenaPančevac, Autorin
  • KerstenGeers, Architekt
  • Liam Gillick, Künstler
  • Micaela Dixon, Kuratorin (Moderation)
  • Nicolaus Schafhausen, Konzeption (Moderation)
  • Taus Makhacheva, Künstlerin
  • Tulga Beyerle, Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg
  • Vanessa Joan Müller, Kuratorin