Grafikdesign aus Lech am Arlberg.

Markus Fetz ist Grafikdesigner aus Leidenschaft und Lecher mit Leib und Seele. Für die Rote Wand hat er bereits einige Projekte, die man an dem ein oder anderen Plätzchen entdecken kann, verwirklicht. Im Interview spricht er über die „Angst vor dem ersten Strich“, den Unterschied zwischen schlechtem und gutem Design und seine Vorbilder wie Mads Berg und Ray Oranges. Wir sind begeistert von seinen Illustrationen und der Art, wie er Tradition, Moderne und Leichtigkeit miteinander kombiniert und zum Ausdruck bringt.

Illustration und Gestaltung der Postkarte für das Hotel Rote Wand

Markus, seit wann bist du als Grafikdesigner tätig? Wie kamst du zum Grafikdesign?

Aufgewachsen bin in Lech – genau gesagt in Stubenbach, wo meine Eltern eine Pension führten. Nach meiner Schulzeit in Feldkirch und dem Zivildienst war ich zunächst als Bankangestellter tätig – also in einem ganz anderen Bereich. Für Grafikdesign hatte ich mich auch schon davor interessiert, aber erst 2009 bin ich dann nach Wien, um eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen. Nach einem kurzen Ausflug in die Werbebranche habe ich mich dann schließlich 2013 als Grafikdesigner und Illustrator selbstständig gemacht – und bin sehr glücklich mit der Entscheidung.

 

Du hast 10 Jahre in Wien gelebt und bist jetzt an den Arlberg zurückgekehrt. Was waren deine Beweggründe?

Wien ist eine sehr schöne Stadt und ich war sehr gerne dort. Die vielen Menschen, der Trubel, die Möglichkeiten, … das war essenziell für mich. Aber jetzt, nach einigen Jahren Stadtleben, erkenne ich, wie gut es sich anfühlt, wieder zu meinen Wurzeln zurück zu kehren, die Berge vor der Haustüre zu haben und die Ruhe und Natur genießen zu können. Natürlich vermisse ich meine Freunde in Wien, so wie ich zuvor die Freunde in Lech vermisst habe. Aber mit dem Zug bin ich ja recht flott in der Hauptstadt.

Illustration für das Cover des Lech Zürs Magazins ZEITRAUM, Ausgabe 2019/20

Wie entwickelst du ein neues Design, nachdem du ein Briefing gelesen hast?

Briefings in geschriebener Form bekomme ich sehr selten. Oft gibt es ein persönliches Gespräch oder zumindest ein Telefonat vorab, das mindestens denselben Zweck erfüllt – zumindest für mich.

Bei Illustrationen erstelle ich die ersten Entwürfe ohne Farben oder ich zeichne gar nur eine grobe Skizze. Hier geht es vor allem um den Aufbau des Bildes, ob dieser den Vorstellungen des Auftraggebers entspricht. So gibt es (meist) keine Missverständnisse.

Bei Logo & Branding gehe ich für die ersten Entwürfe schon mehr ins Detail, da ich hier schon ein paar Anwendungsbeispiele in der ersten Präsentation zeigen will, damit der Kunde gleich sieht, wie z. B. eine Visitenkarte oder das Logo auf der Fassade, etc. aussieht. Darum gibt es hier oft schon eine Farbgebung – aber es sind trotzdem noch Entwürfe und im Vergleich zum Endergebnis noch ziemlich grob. Meist sind es zwei Linien, die ich entwerfe, von denen eine zur Ausarbeitung vom Kunden ausgewählt wird. Dann gibt es immer wieder Zwischenschritte, die mit dem Kunden abgestimmt werden, damit sich alles in die Richtung entwickelt bis alles passt und fertig ist.

 

Was ist deiner Meinung nach der schwierigste Teil beim Erstellen einer Illustration?

Der Start: Die bekannte »Angst vor dem ersten Strich«. Da muss ich mir dann aber einfach einen Ruck geben und dann läuft es meistens von selbst.

Wien-Wimmelbild-Illustration für das Projekt „Werkstadt junges Wien“

Was tust du, wenn du gerade nicht designst?

Im Sommer geh ich gerne Radfahren. Gerade in Wien konnte ich das gut mit Schwimmen an der neuen Donau verbinden – hier muss ich mir noch eine alternative zur Donau suchen. Im Winter gehe ich natürlich Skifahren.

 

Was unterscheidet ein schlechtes von einem wirklich guten Design?

Klar, oft hat das einfach nur mit dem eigenen Geschmack zu tun, ob man etwas gut oder schlecht findet. Bei gutem Design geht es aber dann schon um mehr als nur um das Aussehen selbst. Gerade ein Branding muss durchdachter sein und darum sollte man immer das Gesamte betrachten, bevor man urteilt. Da kann beispielsweise ein Logo recht unscheinbar wirken, aber in Kombination mit Farben, Schriften, Designelementen und einem gut ausgedachte Anwendungssystem sieht das dann super aus. Umgekehrt gibt auch Designs, die auf den ersten Blick schön gemacht wurden, aber gar nicht zu den Ansprüchen und der Ästhetik des Auftraggebers passen.

Markus Fetz | Grafik Design & Illustration

Woher nimmst du die Inspiration für deine Zeichnungen?

Für meine Diplomarbeit hatte ich Illustrationen in Anlehnung an alte Tourismusplakate gemacht, deren Stil ich schon immer sehr schön fand. Die Bilder sind nicht nur beim Diplom gut angekommen und so war ich motiviert an diesem Stil weiter zu arbeiten, der sich von damals bis heute weiterentwickelt hat … und sich auch noch weiterentwickeln wird. Und immer noch sehe ich mir gerne alte Plakate an, bevor ich mit manchen Arbeiten beginne. Inspirationen kommen auch von zeitgenössischen Illustratoren, wie beispielsweise Mads Berg, Ray Oranges, DKNG Studio­s, etc. Nicht nur um Anregungen zu finden, sondern auch einfach nur um schöne Arbeiten andere Menschen anzusehen und diese zu schätzen.

 

Danke, Markus. Wir freuen uns schon auf weitere Projekte mit dir!

 

markusfetz.com | Grafik Design & Illustration

(c) Markus Fetz

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