Kennen Sie das? Wenn Sie früh morgens aufwachen und wissen – HEUTE WIRD EIN GUTER TAG!

Ein Blick aus dem Fenster. Von der Morgensonne erleuchtete  Bergspitzen, überall das weiße Gold und strahlend blauer Himmel. Hier oben am Arlberg ist die Welt wirklich noch in Ordnung! Das Frühstück, das wir am Berg so lieben, schmeckt an einem Wintertag wie diesem besonders lecker. Mit jedem Schluck Kaffee wird die Vorfreude auf den Tag noch größer. Was wir für den Tag geplant haben? Skifahren! Und zwar so viel wie möglich, denn es gibt jede Menge frischer Neuschnee.

Mit dem Bus fahren wir hinaus nach Lech. Schon nach wenigen Minuten sind wir bei der Rüfikopf Bergbahn angelangt. Obwohl wir nicht die einzigen an diesem Morgen sind, die hoch hinauf wollen, geht das Anstehen überraschend zügig voran. Oben angekommen kontrollieren wir noch einmal unsere Tourenausrüstung und schon geht’s los.

Die kalte Luft, die uns ins Gesicht weht, wirkt wie ein wohltuender Frischekick! Links zweigt eine Skispur ab. Und schon nach kurzer Zeit ist man weg von all dem Trubel. Ein Blick Richtung Ochsengümple, wo wir unsere Felle aufkleben werden. Unser Ziel ist nämlich der Wöstersattel, der sich auch einer Höhe von 2.175 Metern befindet. Jetzt geht es aber zuerst durch moderates Gelände hinunter zum Anfellplatz. Schwung für Schwung fahren wir hintereinander mit etwas Abstand ab. Was bleibt sind vier Spuren nebeneinander im Schnee. Diese aneinander gereihten kurzen Schwünge prägen schon seit eh und je die Arlberger Skikultur und sind bekannt unter dem Namen „Arlbergwedler“, worauf wir Einheimischen besonders viel Wert legen. Es wird darauf geachtet, abseits der präparierten Piste Platz zu sparen, sodass jeder Skifahrer auf den Genuss von unverspurten Tiefschneeabfahrten kommt. Außerdem schafft das „Teppichfahren“ eine gewisse Ordnung abseits der gesicherten Pisten.

Unten angekommen machen wir uns bereit für den Aufstieg. Die Dauer der Tour ist überschaubar, deshalb beschließen wir nur eine kleine Trinkpause in der Hälfte zu machen. Schritt für Schritt nähern wir uns unserem Ziel. Über einen moderaten Geländekamm geht es bergwärts Richtung Wöstersattel. Die Spitzkehre zum Wenden soll geübt sein. Gegen Ende der Aufstiegsspur neigt sich das Gelände etwas und es wird steiler. Die Aussicht ist wie immer hier oben am Berg traumhaft! Das Tourengehen hat eine besondere meditative Wirkung, denn man hat Zeit zum Nachdenken und die Seele baumeln zu lassen. Weit weg vom Alltagsstress, den Menschenansammlungen und dem Lärm. Stattdessen Weitblick, frische Luft und Ruhe. Je höher man kommt, desto befreiter fühlt man sich.

Und schon nach etwa vierzig Minuten sind wir am Ziel angekommen. Erleichtert und vollkommen zufrieden bereiten wir uns in aller Ruhe auf die Abfahrt vor. Hier oben gibt es mehrere Möglichkeiten ab zu fahren. Die schnellste Variante ins Tal führt über die Abfahrt hinunter Richtung Wöstertäli und weiter Richtung Stubenbach beziehungsweise Richtung Schlosskopf. Quert man vom Wöstersattel aus weiter hinüber, so öffnen sich zahlreiche andere Möglichkeiten für Wintersportler. So zum Beispiel die Abfahrt hinunter ins Bockbachtal Richtung Kaisers in Tirol. All jene, die noch höher hinaus wollen, können über steiles Gelände weiter hinauf zur Wösterspitze, die eine Höhe von knapp 2.558 Metern erreicht.

Heute entscheiden wir uns für die gemütliche Variante hinunter Richtung Wöstertäli. Mit etwas Abstand fahren wir los. Schwung für Schwung nähern wir uns dem Talboden. Herrlich! Jeder Meter des Aufstiegs hat sich definitiv gelohnt! Befreit und mit einem riesen Lächeln im Gesicht werfen wir einen letzten Blick zurück auf den Hang. Unglaublich was man mit zwei Brettern alles in kürzester Zeit erreichen kann!

Die Skitour eignet sich für erfahrene Wintersportler. Alpine Wintersportausrüstung sowie sehr gutes  Skikönnen sind Voraussetzung, um sicher aufsteigen sowie abfahren zu können. Berg- oder Skiführer/in wird dringend empfohlen!

 

 

Bilder | Magdalena & Victoria

Text | Victoria

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